Welches ist das beste Bewässerungssystem für den eigenen Garten?

Welches ist das beste Bewässerungssystem für den eigenen Garten?

Arbeitsersparnis im eigenen Garten. Warum schwer, wenn es auch einfach geht? Wir geben nützliche Tipps und verraten dir, welches Bewässerungssystem sich am besten für dich und deinen Garten eignet!

  • 26.04.2023
  • 9 min
  • Wissen

Warum die Art der Bewässerung eine Rolle spielt

Bei der Gartenbewässerung lassen sich viele verschiedene Bewässerungsmethoden unterscheiden. Sie alle besitzen ihre Eigenarten und bringen verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. Eine Anpassung der Bewässerungsmethode an die individuellen Anforderungen des eigenen Gartens kann von Vorteil sein, um hervorragende Ergebnisse zu erzielen und eine Menge Arbeit zu sparen. Um das Beste aus seinem Garten herauszuholen, empfiehlt es sich die Bewässerungsmethodik und den eigenen Garten aufeinander abzustimmen. Im Hinblick auf Wetterextreme wie zum Beispiel lange Trockenperioden spielt die Optimierung der Bewässerung eine große Rolle, da dem Garten Stress erspart bleibt und ein geringerer Aufwand an Arbeit erbracht werden muss. Eine Optimierung der Bewässerung kann darüber hinaus auch zu einer Steigerung von Ertrag und Pflanzenwachstum, bei gleichzeitiger Wassereinsparung führen.

Bewässerung mit der Gießkanne

Die Bewässerung des Gartens per Gießkanne ist eine weit verbreitete Methode. Sie ist simpel, verursacht keine größeren Kosten in der Anschaffung und ermöglicht eine relativ genaue Kontrolle der Wassermenge. Für größere Gärten ist die Gießkanne aber eher ungeeignet, da die Bewässerung hier sehr zeitintensiv werden kann. Darüber hinaus lassen sich mit ihr auch keine größeren Flächen bewässern. Wer einen größeren Garten bewässern möchte, sollte auf andere Bewässerungssysteme zurückgreifen.

Der Gartenschlauch

Der Gartenschlauch eignet sich für größere Flächen aber auch einzelne Pflanzen und Beete. Als Bewässerungsmethode ist er jedoch anfällig für die Verschwendung von Wasser oder eine ungleichmäßige Wasserzufuhr. Doch die Bewässerung des eigenen Gartens mit dem Gartenschlauch ist meist kostengünstig in der Anschaffung, einfach handzuhaben und flexibel in der Wassermenge dosierbar. In seinen Vor- und Nachteilen ist er der Gießkanne ähnlich, denn auch mit dem Gartenschlauch stößt der Nutzer bei größeren Gärten oder präziser Bewässerung relativ schnell an seine Grenzen. Für Einsteiger ist diese Methodik gut geeignet, da sie wenig Vorwissen benötigt und bei der Anschaffung vorab relativ wenig Information oder Aufwand notwendig ist. Sofern passende Sprühaufsätze und Dichtungen sowie ein Schlauch vorhanden sind, steht der Bewässerung nichts mehr im Weg.

Tröpfchenbewässerung

Wer bei der Bewässerung seines Gartens einen hohen Wert auf Komfort und Effizienz legt, für den eignet sich die Tröpfchenbewässerung. Hierfür wird ein mit Löchern versehener Tropfschlauch an den gewünschten Stellen innerhalb des Gartens verlegt. Dieser gibt durch seine Löcher stetig Wasser ab und sorgt somit für eine und präzise und wassersparende Bewässerung der Pflanzen. Insbesondere Beete, Sträucher mit dichtem Gestrüpp oder Pflanzen die Bewässerung gezielt im Wurzelbereich benötigen profitieren von der Wasserversorgung per Tropfschlauch.

Vor- und Nachteile der Tröpfchenbewässerung

Durch die Bewässerung direkt am Wurzelbereich der Pflanze kann Verdunstung minimiert- und somit Wasser eingespart werden. Da hierbei die Blätter der Pflanze trocken bleiben, ist sie weniger angreifbar für Schädlinge. Auch das Risiko der Überwässerung wird bei dieser Technik minimiert, da die Pflanzen in dosierten Mengen aus den Löchern des Tropfschlauchs stetig mit Wasser versorgt werden. Eine Umstellung auf Tröpfchenbewässerung kann sich somit merkbar positiv auf die Pflanzengesundheit auswirken. Je nach Bedarf kann das Bewässerungssystem auch aufgerüstet werden.

So lässt sich die Tröpfchenbewässerung beispielsweise mithilfe eines Bewässerungscomputers vollautomatisieren, um den Garten auch in Abwesenheit weiterhin mit Wasser zu versorgen. 

Die Anfangsinvestition und das Knowhow sind jedoch im Vergleich zur Gießkanne oder dem Gartenschlauch deutlich höher. Auch wenn die erhöhte Effizienz die Anschaffungskosten bei längerer Nutzung ausgleicht, sollte man sich über Installations- und Wartungsaufwand sowie Anschaffungskosten bewusst sein. Im Folgenden erfährst du, wie du dir zuhause ein Tropfbewässerungssystem anlegen kannst.

Installation einer Tröpfchen Bewässerungsanlage

Du hast dich für die Bewässerung deines Gartens via Tropfsystem entschieden? Dann steht dem Projekt nichts mehr im Weg. Im Folgenden findest du eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung zur selbstständigen Anlegung einer Tropfbewässerung:

  1. Im ersten Schritt wird die Länge des Schlauchs / der verschiedenen Schlauchstücke ermittelt und anschließend zugeschnitten.

  2. Es folgt die Verbindung der einzelnen Schlauchstücke mithilfe verschiedener Fitting Verbindungsstücke, wobei der letzten Schlauchteil mit einem Endstück versehen wird. Zwei Schlauchstücke werden mit jeweils einem T-Stück oder einem anderen Fitting Verbindungsstück zusammengeschlossen.

  3. Als nächstes werden die Tropfschläuche mit dem Schlauch oder der Rohrleitung verbunden, die für die Wasserzufuhr sorgt und mithilfe von Fitting-Muffen gesichert.

  4. Im vorletzten Schritt befestigst du die Düsen am Tropfschlauch. Hierfür wird meist mit der Metallspitze der Düsen ein Loch in den Schlauch gestochen.

  5. Im letzten Schritt wird der Tropfschlauch mithilfe von Erdspießen, Kabelbinder oder Ähnlichem fixiert. Die Erdspieße werden hierbei in gleichmäßigen Abständen in den Boden gedrückt.

Mithilfe dieser 5 Schritte kannst du mit geringem Arbeits- und Zeitaufwand ein eigenes Tropfsystem im Garten einrichten. Es bieten sich diverse Erweiterungsmöglichkeiten an wie zum Beispiel integrierbare Partikelfilter, Sprühmanschetten, Sensoren zu Überwachung der Bodenfeuchte und Vieles mehr. Auf das Wichtigste beschränkt lassen sich jedoch auch mit einfachen Mitteln hervorragende Resultate erzielen. Mithilfe eines Bewässerungscomputers ist es beispielsweise möglich den Garten auch bei längerer Abwesenheit weiterhin zu bewässern. In Punkto Bewässerung erweist sich die Verwendung von HDPE-Material für die Rohrleitungen als äußerst praktisch.



HDPE-Rohre

HDPE-Rohre eignen sich besonders gut als Material für Rohrleitungen zur Bewässerung des eigenen Gartens, sowohl unterirdisch als auch überirdisch. Sie sind leicht verlegbar und flexibel, weisen jedoch trotzdem eine starke Robustheit gegenüber äußeren Einflüssen auf. So sind HDPE-Rohre beständig gegenüber UV-Strahlung, extremen Temperaturen und diversen Chemikalien. Darüber hinaus ist das Rohrmaterial preiswert und weist eine starke Langlebigkeit von mindestens 50 Jahren auf. HDPE-Rohrsysteme lassen sich vielseitig einsetzen und können sowohl bei der Tröpfchenbewässerung, Sprinkleranlagen und vielen weiteren Bewässerungssystemen hinzugezogen werden.

Sprinkleranlage

Ähnlich wie der Gartenschlauch eignet sich auch die Sprinkleranlage zur Bewässerung von größeren Flächen. Im Gegensatz zum Gartenschlauch ist die Sprinkleranlage jedoch in der Lage deutlich gleichmäßiger und präziser zu bewässern. Insbesondere größere Rasenflächen lassen sich mit einem Sprinklersystem optimal mit Wasser versorgen. Je nach Modell ist es hier auch möglich die Sprinkleranlage zu automatisieren, sodass kaum Arbeitsaufwand abseits der Installation und regelmäßigen Wartung besteht. Ein automatisches Bewässerungssystem ermöglicht auch die Fortbewässerung des Gartens in Abwesenheit, wie z.B. beim Fahren in den Urlaub.

DIY-Installation einer Sprinkleranlage im Garten

  1. Kläre zunächst die notwendigen Formalia, bevor du mit den weiteren Installationsschritten fortfährst (Einholen von Genehmigungen falls erforderlich; eventuelle verlegte Leitungen, die beim Ausheben der Gräben im Weg sein könnten).

  2. Es folgt nun das Ausheben der Gräben für die Rohrleitungen. Um Frostschäden zu vermeiden, empfiehlt es sich eine Tiefe von rund 70-100 cm auszuheben.

  3. Schneide als nächstes die Rohrteile in passenden Längen für deine Anlage zurecht. Falls nötig, entgrate unsaubere Schnittkanten. Ansonsten kann es sein, dass die Verbindungsstücke beschädigt werden, oder nicht dicht verschließen. Als Wasserrohre für die Sprinkleranlage empfehlen wir unsere HDPE-Rohrsysteme. Sie eignen sich besonders gut für die Bewässerung im eigenen Garten und sind vielseitig einsetzbar.

  4. Verlege nun die Rohre und verbinde sie beispielsweise mithilfe unserer Fitting Verbindungsstücke, sofern du HDPE-Rohrvorrichtungen verwenden möchtest. Ebenfalls gilt es den Einbau der passenden Ventile in das Sprinklersystem nicht zu vergessen. Es lassen sich viele verschiedene Arten von Ventilen in die Anlage einbauen. Diese können je nach Bedarf variieren. Im Folgenden eine kurze Aufzählung möglicher Ventile, die du verwenden kannst:

    a.      Steuerventile: Steuern Wasserdurchfluss mithilfe von Steuergerät, gut zur Automatisierung

    b.      Entwässerungsventile: Frostschutz, weniger Verschleiß, leichtere Wartung durch unkompliziertes Wasserablassen

    c.      Druckminderungsventile: regulieren den Wasserdruck àweniger Verschleiß und effizientere Bewässerung.

  5. Es folgt die Installation und Ausrichtung der Sprinklerköpfe an den gewünschten Stellen, die du an die Rohrleitung über passende Verbindungsstücke anschließt.

  6. Im nächsten Schritt prüfst du, ob deine Anlage funktionsfähig ist, um ggf. noch Änderungen vorzunehmen. Falls installiert, stelle das Steuergerät richtig ein. Hierbei gilt es, die Eigenart deines spezifischen Steuergerätes zu beachten.

  7. Im letzten Schritt schüttest du die zuvor ausgehobenen Gräben wieder zu. Achte darauf, dass die Sprinklerköpfe oberhalb des Bodens bleiben.

Geschafft! Nun bist du im Besitz eines automatischen Bewässerungssystems für den eigenen Garten, dass dir viel Arbeit und Zeit sparen wird. Achte durch regelmäßige Wartung darauf, dass die Anlage stets funktionsfähig bleibt.

Tonbewässerung

Die Tonbewässerung ist ein Kompromiss zwischen automatisierter Bewässerung und DIY-Methode. Hierfür werden Tongefäße, sogenannte „Ollas“, in die Erde eingelassen, anschließend mit Wasser befüllt und in der Nähe von den mit Wasser zu versorgenden Pflanzen platziert. Auf diese Weise können sie die Pflanze mit Wasser versorgen. Möglich wird dies durch den porösen Ton, durch welchen das Wasser langsam durchsickert und die Pflanze folglich mit Wasser versorgt.

Vor- und Nachteile der Tonbewässerung

Da das Tongefäß das Wasser nur langsam an die Umgebung abgibt, können die Pflanzen auch durch nur einmaliges Auffüllen der "Ollas" über mehrere Tage mit Wasser versorgt werden. Darüber hinaus macht sich die Methodik den Bewässerungszustand des Bodens zu nutze. Die sogenannte „Bodenwasserspannung“ besagt: Je trockener der Boden ist, desto mehr Saugkraft besitzt er. Im Umkehrschluss sickert somit mehr Wasser aus den Tongefäßen in den Boden, wenn der Boden trockener ist. Durch die unterirdische Bewässerung kann der Wasserverlust minimiert- und die Gesundheit der Pflanzen bestmöglich erhalten werden. Sonstige Teile der Pflanze oberhalb der Erde bleiben trocken und entziehen somit Krankheiten und Schädlingen ihre Grundlage. Darüber hinaus gedeiht weniger Unkraut, da seine Wurzeln nicht tief genug reichen, um von der Tonbewässerung zu profitieren.

Insbesondere wenn Sie viel unterwegs sind, oft keine Zeit für die Bewässerung ihres Gartens finden und nicht das Geld und die Zeit in ein automatisiertes Bewässerungssystem wie z.B. die Tröpfchenbewässerung stecken wollen, ist die Tonbewässerung für sie geeignet. Sie stellt einen guten Kompromiss zwischen präziser, automatisierter Bewässerung und simpler DIY-Methode dar.

Bei großen Flächen gerät jedoch auch dieses System an seine Grenzen, da der Bewässerungsradius einer „Olla“ nur rund einen Meter in Abhängigkeit zur Bodenbeschaffenheit und Gefäßgröße umfasst. Zudem besteht die Gefahr, dass die Gefäße bei Frost durch gefrierendes Wasser beschädigt werden. Es ist daher notwendig, die "Ollas" bei Frost zu entleeren oder andere Frostschutzmaßnahmen zu ergreifen. Die Wasserreservoire können sich zur Brutstätte für Insekten und Schädliche entwickeln, weshalb es sich empfiehlt die Gefäße zu verschließen.

Tonbewässerung selbst bauen

Auch für die Tonbewässerung gibt es eine Möglichkeit zur DIY-Installation. Mithilfe dieser drei Schritte kannst du dir ohne großen Kosten- und Zeitaufwand selbst mehrere Ollas herstellen. Hierfür benötigst du folgende Materialien: mindestens 2 unglasierte Tontöpfe, Heißkleber und beliebiges Material zum Abdichten der Tontöpfe.

  1. Klebe die beiden Tontöpfe mithilfe des Heißklebers o. Ä. aneinander, sodass sie fest miteinander verbunden und wasserdicht verschlossen sind. 

  2. Als nächstes versiegelst du eines der Löcher der aneinandergeklebten Tontöpfe.

  3. Nachdem du genügend Tongefäße für deinen Bewässerungsbedarf hergestellt hast, kannst du die Gefäße in die Erde einlassen und über das andere Loch mit Wasser befüllen. Gegebenenfalls kannst du das Loch zur Befüllung mithilfe eines Deckels verschließen, um zu verhindern, dass Dreck oder Tiere in die „Olla“ gelangen.

Der Baumbewässerungssack

Wer zusätzlich ein Mittel für die Bewässerung seines Baumes sucht, dass simpel in der Handhabung ist, sollte auf einen Baumbewässerungssack zurückgreifen. Beim Baumbewässerungssack handelt es sich um einen befüllbaren Sack aus Kunststoff, der um den Baum herumgewickelt wird und gleichmäßig Wasser abgibt. Das Wasser kann so in dem Wurzelbereich des Baumes sickern und ihn gleichmäßig über mehrere Stunden mit Wasser versorgen. Der Bewässerungssack ist sehr wassersparsam und sorgt bei geringem Pflegeaufwand für eine effiziente Wasserversorgung. Diese Technik eignet sich insbesondere bei jungen Bäumen, kann bei größeren Pflanzprojekten jedoch kostspielig werden. Im Kontext des eigenen Gartens ist der Bewässerungssack überwiegend positiv im Hinblick auf Arbeitsaufwand, Kosten und Effizienz zu beurteilen.

Das Wichtigste zusammengefasst

Wer einen kleinen Garten- und ein geringes Budget besitzt, für den eignet sich die Bewässerung per Gießkanne oder Gartenschlauch. In Punkto Effizienz und optimierter Wasserversorgung haben Sie verglichen mit den anderen Bewässerungsmethoden zwar das Nachsehen, sind jedoch kostengünstig in der Anschaffung und simpel in der Anwendung. Hieran schließt sich die Tonbewässerung an. Sie ist ebenfalls kostengünstig und stellt im Vergleich zu Gießkanne und Gartenschlauch eine signifikante Arbeitserleichterung dar, erfordert aber auch einen gewissen Installationsaufwand. Diese Art von Bewässerungssystem ist auch als DIY-Bewässerung umzusetzen. Wer aus wenig finanziellen Mitteln möglichst viel herausholen möchte, für den ist die Tonbewässerung genau die richtige Art der Bewässerung. Zur Bewässerung größerer Flächen ist sie jedoch nicht geeignet. Wer auf professionellere Mittel zur Gartenbewässerung umsteigen möchte, einen großen Garten besitzt oder sich deutliche Arbeitserleichterung im eigenen Garten wünscht, für den eignen sich die Tröpfchenbewässerung oder Installation einer Sprinkleranlage. Im Anschaffungswert zwar teurer, punkten die beiden Bewässerungssysteme durch ihre Effizienz und sparen auf lange Sicht kosten ein. Darüber hinaus sind sie die optimale Möglichkeit, um größere Flächen akkurat zu bewässern und lassen sich vollautomatisieren.

Weitere nützliche Tipps für deinen Garten

  • Bewässere deinen Garten früh morgens oder spät am Abend, um Verdunstung zu minimieren und Wasser zu sparen
  • Bewässere im Wurzelbereich der Pflanze, um Krankheiten zu vermeiden
  • Mulch kann helfen den Boden feucht zu halten und somit den Wasserverbrauch zu senken
  • Viel hilft nicht immer viel: Zu intensive Bewässerung kann zu Wurzelfäulnis führen
  • Verwende vorzugsweise Regenwasser zur Bewässerung. Es ist leichter für die Pflanzen aufzunehmen, spart Kosten und ist nachhaltig

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